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Karpathos - Griechenland

Eines unserer Lieblings-Surfreiseziele liegt in Griechenland und ist als Starkwindrevier bekannt: Die griechische Insel Karpathos. Sie liegt auf dem sogenannten Südägäischen Inselbogen, knapp 50 km von Rhodos entfernt. Die Surfsaison beginnt hier im Mai und bis in den Herbst ist fast immer für starken Wind gesorgt.

Zuletzt waren wir im Mai/Juni 2017 dort.

Hier sind die Sommermonate die windstärksten, wir haben aber auch im Herbst schon 9 Windstärken und tagelangen Dauer-Hack erlebt. Das Frühjahr und der Herbst gelten windmäßig als etwas unsicherer, und unsere erste Karpathos-Reise im Frühjahr 2012 war dann auch durch recht wenig und sehr böigen Wind gekennzeichnet. Seither haben wir aber bei jedem Urlaub an (weit) mehr als der Hälfte unserer Urlaubstage starken bis sehr starken Wind mit 6 Beaufort und mehr gehabt. Und wer bei warmem Wasser auch endlich mal ein 3,4 m²-Segel fahren möchte, hat hier gute Chancen, den dafür passenden Wind zu erwischen.
Der Meltemi bläst aus Norden, also in der Gun Bay schräg ablandig von links. Dabei wird es in der Gun-Bay schon recht rau, und je weiter man in die Devils-Bay kommt, desto mehr verstärkt sich der Wind noch. Da ist der sichere Wasserstart sehr zu empfehlen!

In der Chicken-Bay ist es etwas geschützter und hier gibt es einen größeren Stehbereich. Deshalb tummeln sich hier sämtliche Anfänger und viele Trickser. Auch zum Üben von Manövern bietet sich die Chicken-Bay an, weil man nicht jedes Mal wasserstarten muss, wenn es nicht geklappt hat. Allerdings ist es in der Chicken-Bay oft auch recht böig. Die Lage ist übrigens spektakulär: Denn die Chicken Bay liegt direkt neben der Startbahn des Flughafens von Karpathos. Dadurch kann es am Strand auch schon mal für ein paar Minuten etwas lauter sein, insgesamt ist es aber ok, denn es sind nur wenige Flieger am Tag, die hier starten und landen.

Das Materiallager in der Chicken Bay
Nicht erschrecken - die rote Fahne wird nur sehr selten gehisst. Hier ist gerade ein heftiges Gewitter durchgezogen, und die Gun Bay war dadurch kurzzeitig nicht surfbar.
Ausblick von der Baya-Bar auf die Chicken-Bay
Die Chicken-Bay im Mai 2016.

Tolle Station

Einer der Gründe, warum wir immer wieder hierher zurückkehren, ist also der verlässliche und starke Wind. Ein anderer Grund ist die Station mit gutem Material, sehr netter familiärer Atmosphäre, tollem Service und einem rundum guten Urlaubsfeeling. Unsere Lieblingsstation ist die Mistral-Station, die seit 2016 ION-Station heißt. Sie liegt mitten drin im Surfgeschehen, gleich an der Gun-Bay und hat einen kleinen netten Ableger in der Chicken-Bay. Hier gibt es immer gutes Material und wer von der einen zur anderen Station wechseln will, bekommt sein Board schnell rübergefahren. 

Übrigens ist hier alles wirklich klein und überschaubar. Die beiden Stationen liegen ca. 10 Minuten zu Fuß auseinander, und damit hat man auch schon fast alles abgelaufen, was der kleine Ort Afiartis zu bieten hat. Weitere Surfstationen gibt es in der Chicken-Bay (zuletzt 3) und eine in der Devils-Bay. Die Mistral-/ION-Station bietet F2-Boards und richtig viele North-Segel, und es gibt immer genug für alle! Sollte tatsächlich mal ein Segel in einer bestimmten Größe fehlen, wird es fix aus der anderen Station geholt oder sogar schnell aufgeriggt. Alles Material ist neu oder vom Vorjahr und in gutem Zustand. Was kaputtgeht, wird professionell repariert oder ersetzt. Der Service ist hervorragend, und die Empfehlungen zur Wahl der passenden Segelgröße sind ganz überwiegend richtig.

Update Juni 2017

Die Station wird immer besser und professioneller! Zudem werden jetzt in größerem Umfang Mountainbike-Touren und Klettertouren angeboten. - Eine tolle Ergänzung für nichtsurfende Begleiter und/oder für Tage mit wenig Wind.

Was die Segelauswahl betrifft: Es gibt jetzt auch eine größere Anzahl North Hero, die für manche Surfer angenehmer zu fahren sind, als die bisher überwiegend angebotenen Volts.

An der Hauptstation gibt es einen großen Umkleidebereich mit Duschen, dort kann man auch seine Taschen etc. stehen lassen, sofern man sie nicht auf der Sonnenterasse deponiert hat. Toiletten sind direkt in der Station im Boardlager. Ein kleiner Shop mit Shirts und anderen Kleidungsstücken sowie Surfaccessoires wie Lycras, Helme, Sonnenbrillen etc. ergänzt das Angebot. Auch ein größerer Storagebereich für mitgebrachtes Surfmaterial ist vorhanden, zusätzlich bieten einige der nahegelegenen Pensionen auch Storagemöglichkeiten. 

Von der Terasse des Anemos hat man einen hervorragenden Blick auf die Gun Bay

Beeindruckendes Tempo bei Rettungseinsätzen

Was uns sehr beeindruckt hat, ist die Sicherheit und das Tempo, in dem ein Rettungseinsatz durchgeführt wird. Das Rettungsboot liegt immer ein paar Meter vom Ufer entfernt vor Anker, und der Ausguck ist nahezu ununterbrochen besetzt. Bei Alarm konnten wir mehrfach beobachten, wie zwei Teammitglieder zum Boot rannten, wobei sie sich noch im Laufen ihre T-Shirts aus- und das Trapez anzogen. Schnell zum Boot gekrault, reingeklettert und los ging‘s. Schätzungsweise innerhalb von 3 Minuten waren sie unterwegs, um ihre Gäste einzusammeln. Zum Glück haben wir bisher nur Situationen erlebt, wo etwas kaputt gegangen ist oder der Wind plötzlich zu stark oder ganz plötzlich weg war und deshalb das Rettungsboot raus musste…

Überschaubare Restaurantauswahl

Das Tüpfelchen auf dem I macht an dieser Station das „Anemos“ aus. Das Anemos ist das direkt über dem Boardlager und der Rezeption gelegene Restaurant/Café, das vom Frühstück bis zum Abendessen für das leibliche Wohl der Gäste sorgt, und abends zur gut frequentierten und allseits beliebten Bar wird. 
Ansonsten gibt es noch die Taverne von Sokrates, sie liegt oberhalb der Chicken-Bay und bietet ebenfalls vom Frühstück bis spät in die Nacht gutes griechisches Essen und immer ein nettes Gespräch mit dem Inhaber. Sokrates Bruder betreibt ein paar Schritte weiter die Baja-Bar. Hier gibt es tagsüber leckere Snacks und Getränke und einen großartigen Blick auf die Trickser in der Chicken-Bay. Das war es aber auch schon mit den Restaurants in Afiartis.

Update Mai 2016

Das Anemos wird nach und nach einer Modernisierung unterzogen. So wurde bereits im Herbst eine lange Glas-Schiebewand eingebaut, so dass man auch an windigen und manchmal recht kühlen Frühjahrsabenden gut dort sitzen kann.

Nur Regen stellt nach wie vor ein Problem dar, weil nur ein kleiner Teil des Anemos mit einem festen Dach ausgestattet ist. Zum Glück regnet es ja nicht soooo oft!

Einkaufen

Wer mehr Abwechslung sucht, braucht einen fahrbaren Untersatz, um in die benachbarten Buchten und Dörfer oder in die ca. 12 km entfernte „Hauptstadt“ der Insel, Pigadia, zu fahren. Das lohnt sich auf jeden Fall, denn hier gibt es viele verschiedene Lokale, zum Teil mit tollem Blick über die Bucht. Auch wer eine Geldautomaten, eine Apotheke, diverse Shops oder ein bisschen Stadtluft braucht, sollte den Weg nach Pigadia finden. Für Selbstversorger gibt es übrigens einen kleinen Shop in Afiartis und diverse Supermärkte in Pigadia und anderen Orten.

Wohnen

Wir wohnen gerne direkt am Spot und buchen deshalb immer eine der in Afiartis gelegenen Pensionen, Sophia 1 und 2 und das Blue Lagoon kennen wir, sie sind gut und günstig. Auch das Anemos vermietet ein paar Zimmer und es gibt weitere kleine Zimmervermietungen vor Ort. Wer es etwas luxeriöser mag, wird die Thalassa-Suites mögen, die direkt hinter dem Anemos liegen. Ein paar Minuten Fußweg in Richtung Devils Bay gibt es außerdem noch das einzige richtige größere Hotel, das Irini, das auch gerne von Surfern gebucht wird. Manche Gäste mieten sich auch in einer der benachbarten Buchten, die ein wenig touristischer sind, ein Zimmer oder Appartement und kommen zum Surfen mit dem Mietwagen oder dem Motorroller herüber.

Update Mai 2016

Es tut sich was in Afiartis! Das Sophia hat über den Winter einen Pool bekommen, der an sehr windigen Tagen sicherlich eine gute Alternative für Kinder ist. Und direkt hinter den Thalassa-Suites wird ein weiteres Gebäude errichtet. Im Mai war es allerdings noch ein Rohbau, so dass es sicher noch eine Weile dauert, bis die Zimmer zur Verfügung stehen.

Update Juni 2017

Unterdessen ist der Neubau, der zu den Thalassa-Suites gehört, fertig, die ersten Gäste kamen im Frühsommer. Die Zimmer und Appartements sind sehr schön, groß und hochwertig ausgestattet - eine lohnende Ergänzung des Angebots an "besseren" Unterkünften!

Fazit

Alles in allem ist Karpathos ein super Urlaubsziel für alle, die starken Wind, eine hervorragende Surfstation, unterschiedliche Surfreviere und weniger Trubel mögen und kein Problem damit haben, dass es in dem überschaubaren Ort nur wenig Möglichkeiten zum Einkaufen oder für abends gibt. So kommen viele Gäste seit Jahren immer wieder und genießen diese Kombination – und so trifft man sich hier immer wieder. Karpathos ist einer dieser Orte, die polarisieren: entweder man mag ihn, oder man mag ihn nicht! 
Wir mögen ihn!

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Karpathos