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Cabarete - Dominikanische Republik

Ein Surfurlaub in der Karibik – das klingt vielversprechend. Wer dabei auch ein wenig aufs Budget schauen muss, landet in der Dominikanischen Republik. Cabarete gilt seit vielen Jahren als Surfer- und vor allem Kitermekka, mit warmem Wasser, Wellen und entspannter Atmosphäre. Wir waren im Mai 2015 mit einer Gruppe von fünf Personen an zwei verschiedenen Surfstationen vor Ort.

Die Surfstationen

Da unsere Erfahrungen mit den Surfstationen von Club Mistral (seit Ende 2015 ION-Club) bisher sehr gut waren, buchten zwei Personen das Surfpaket dort – und erlebten einen Schock!
Denn die Station war im Mai 2015 in einem sehr schlechten Zustand und das Material mehr oder weniger verwahrlost. Entgegen den Angaben des Veranstalters waren nur etwa 10 Bretter in benutzbarem Zustand vorhanden und genau 10 Segel aufgeriggt. Nahezu alle Bretter waren beschädigt, bis hin zu langen Rissen, die notdürftig gespachtelt oder mit Tape zusammengehalten wurden. Da nur sehr wenige Segel zur Verfügung standen, war ein Wechsel zu größeren oder kleinerem Material nur sehr eingeschränkt möglich. Zudem waren auch die Segel in schlechtem Zustand, bei einem knackte es (Mast oder Gabel?) beim Fahren bedenklich, beim anderen riss der Trapeztampen ohne jede Einwirkung des Surfers draußen am Riff. Bei allen waren die Startschots mehrfach geflickt und zum Teil kurz vor dem Zerreißen, die Gabeln waren abgeschabt und manche Segel „zogen“ nicht, vielleicht waren sie schlecht getrimmt, vielleicht aber auch „ausgeleiert“, … etc. Im Übrigen war das Material so knapp bemessen, dass es an den letzten Tagen zu ernsthaften Problemen gekommen wäre, wenn alle vier (!!!) dort gebuchten Surfer gleichzeitig aufs Wasser gewollt hätten…

Surfboards an der ION-Station 2016

Update Juni 2016

Leider hat sich an der ION-Station dem Augenschein nach auch in diesem Jahr nichts verändert. Die  - von außen sichtbare - Segelpalette ist ebenso überschaubar, wie im Vorjahr. Und wenn man aus der Art der Aufbewahrung auf die Qualität der Segel schließen würde, dann lässt das nichts Gutes ahnen!

Surfboards der Mistral-Station 2015

Auch mit der Sicherheit stand es nicht zum Besten: Ein Rettungsboot haben wir nicht gesehen, das Fernglas, mit dem hin und wieder Ausschau gehalten wurde, ist nur noch „einäugig“ – ich konnte damit kaum etwas sehen. … usw… 

Die Mistral-Station liegt am rechten äußeren Ende der Bucht, dort läuft der Shorebreak am niedrigsten auf, es gibt aber eine kleine Windabdeckung am Anfang, sodass man erst ein Stück „herauseiern“ muss, bevor es richtig losgehen kann. Kiter gibt es hier keine, Mistral-Kiter werden mit dem Auto zu einem anderen Strand gefahren.

Anmerkung: Wir haben unsere Kritikpunkte dem Club Mistral mitgeteilt und es wurde Besserung versprochen, ob und was bisher (Januar 2016) geändert wurde, wissen wir allerdings nicht.

Der zweite Teil der Gruppe hatte das Surfmaterial der Surfstation von Franz Fix beim Hotel Villa Taina gebucht. Das ist die preisgünstigste Station in der ganzen Bucht, und das sah man den Segeln auch an. Trotzdem waren alle zufrieden, denn es gab bei sehr wenigen Surfern, die zu der Zeit an der Station waren, immer genug Material, der Service war freundlich und das Preis-Leistungsverhältnis stimmte. Im Vergleich zu dem Material an der Mistral-Station war es hier aber richtig gut… 

Die Station liegt ziemlich genau in der Mitte der Bucht, direkt am Sandstrand und somit wahrscheinlich an der günstigsten Einstiegsstelle. Sie hat unter anderem F2- und Tabou-Boards und Ezzy-Segel. Übrigens: Wer eigenes Material mitbringt und in der Villa Taina wohnt, zahlt an der Station nichts fürs Storage.

An dieser Station wie in der ganzen Bucht sind Windsurfer in der Minderheit. Kiter stellen mit gefühlten 90 % die Mehrheit und dominieren so selbstverständlich die Abläufe und das Geschehen am Strand. Das ist aber keine Ausnahme: In Cabarete sind Windsurfer inzwischen vom Aussterben bedroht. Während an manchen Tagen Hunderte Kites am Himmel waren, zählten wir oft nur 10-15 Surfer – von allen Stationen. 

Neben der Mistral- und der Villa Taina-Station gibt es noch ein paar andere Stationen, die auch Windsurfmaterial verleihen. Das beste Material scheint nach unserem Eindruck die Vela-Station zu bieten, die auf halbem Weg zwischen der Villa Taina und der Mistral-Station liegt. 

Segel an der Mistral-Station

Das Revier

Die Bucht liegt an einem schönen Sandstrand, der zur Straße hin komplett zugebaut ist. Mehrere Durchgänge ermöglichen den Zugang, als Gast in einem der Hotels hat man aber direkten Zugang zum Strand. Es liegen zudem viele Lokale direkt am Strand, in denen man teilweise recht gut essen und leckere Cocktails trinken kann. An den Wochenenden wird es voll. Dann kommen viele Dominikaner, die in großen Gruppen unterwegs sind und sich so auch teilweise stundenlang ins flache Wasser stellen. Das macht es manchmal sehr schwer, überhaupt unfallfrei ins oder aus dem Wasser zu kommen. Denn Cabarete ist ein Wellenrevier mit Shorebreak an vielen Stellen, das stellt für Surfer mit wenig Wellenerfahrung eine Herausforderung dar. 

Die Wellen laufen von rechts nach links durch die Bucht und brechen sich zuvor weit draußen am Riff. Dort sind sie (wetterabhängig) bis zu 3 Meter hoch und werden dann immer niedriger. Da wir alle wenig oder keine Wellenerfahrung hatten, gab es hier viel zu lernen. Wasserstart in der Welle draußen ging nach ein wenig Üben und mit einer Auftriebsweste ausgestattet aber schnell recht gut. Der Wind kam von schräg-rechts, mehr oder weniger auflandig. 

Das Revier wird von den Kitern dominiert, die sich allerdings hauptsächlich links und in der Mitte der Bucht bewegen. Die Locals zeigen hier ihre halsbrecherischen Sprünge in Strandnähe. Dort ist es für Windsurfer, Schwimmer und Andere mitunter wirklich gefährlich, weil keine Rücksicht genommen wird. Weiter rechts in der Bucht wird es immer schwieriger, ins Wasser zu kommen - Shorebreak und Gruppen von Dominikanern im Wasser erschweren es uns Windsurfern. Dafür sind hier auch deutlich weniger Kiter unterwegs. 

Wetter

Das Wasser war immer warm, Shorts und Lycra schienen oft schon zu viel. Nach den ersten seichten Metern wird es sofort tiefer, dieses Revier ist also nichts für Stehrevierfans. Und es sind immer Wellen. Der Wind war in der Zeit, die wir dort verbrachten, eher leicht, meist zwischen 3 und 5 Beaufort. Dabei war es immer heiß und feucht. Leider haben wir eine sehr regnerische Periode erwischt, der Himmel war oft bewölkt und wir hatten auch einige sehr heftige Regengüsse und Gewitter.

Hotels und Restaurants

Unsere ganze Gruppe wohnte in der Villa Taina, einem relativ kleinen familiären Hotel mit gutem Standard, einer tollen Beachbar mit täglicher Happy Hour und einem sehr guten und üppigen Frühstück. Im Hotelrestaurant konnte man auch abends essen, was wir aber angesichts der Fülle von spannenden Alternativen kaum machten. Denn am Strand und draußen auf der Straße sowie ein paar Minuten zu Fuß entfernt gibt es viele interessante Lokale unterschiedlichster Ausrichtung. Ein besonderes Erlebnis war das Essen im „Dschungel-Restaurant“, ca. 20 Minuten Fußweg entfernt im Wald gelegen. Außerdem gibt es ein interessantes Fischrestaurant, das von dem Inhaber der Taina-Surfstation Franz Fix und seiner Frau betrieben wird. Hier bietet er ausschließlich sehr leckeren Fisch aus seiner eigenen Fischzucht (Pangasius) an. Reservierungen waren über die Surfstation an der Villa Taina möglich.

Fazit

Das Windsurfrevier in Cabarete ist ein Wellenrevier mit recht anspruchsvollem Charakter. Ohne Wasserstart kommt man hier nicht klar, Rettungsboote etc. sind Mangelware. Wer ein Problem hat, lässt sich eben stattdessen am Strand antreiben. – Früher oder später landet man an der linken Seite der Bucht. Man teilt sich das Revier mit sehr vielen Kitern, die das Geschehen dominieren. Der Strand und die Beachbar sind sehr schön, Karibikatmosphäre! Die Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit sind nicht für alle leicht auszuhalten, beim Surfen braucht man bestenfalls Shorts und Lycra – hauptsächlich als Sonnenschutz! Insgesamt war unsere Gruppe in ihren Urteil gespalten: einige wollen nicht noch einmal wiederkommen, die anderen waren schon vorher dort und denken über Wiederholungen nach. 


http://villataina.com/ 

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